Manfred Linhart schreibt „Hamburger Luft“.
„Was?“, möchte man rufen, „Du so Durch-und-durch-Weinviertler?“ „Ja, ich wollte mal etwas schreiben, was nicht im Weinviertel handelt. Und Hamburg hat mich interessiert. Weil es am Meer liegt, das bedeutet für mich Offenheit. Und dort war ich noch nie. Und ich wollte einmal etwas über Windräder schreiben.“
Aus Manfred Linhart ist nichts Ernsthaftes herauszubringen. Oder etwa doch? Gesichert ist auf jeden Fall, dass das Stück im Jänner am Kultakomben-Dienstag in den Staatzer Kultakomben Premiere hatte und anschließend im Weinviertel auf Tour ging.
„Warum die Premiere in Staatzer Schlosskeller?“ Hier zeigt sich Manfred Linharts Ernsthaftigkeit und Treue: „Ich habe in Staatzer jedes meiner Programme gespielt, egal ob Solokabaretts oder gemeinsam mit Kollegen.“ Hier in Staatz – aus Platzgründen allerdings im Veranstaltungszentrum Musikerheim – war auch die Premiere von „Jedermanns Wirtshaus“, das Linhart als Vorgänger für die „Hamburger Luft“ sieht.
„Aber nun wollte ich was Kleineres machen und nur mit Schauspielern.“ Was gleich geblieben ist, dass er sich von seinen Darstellern hat dreinreden lassen. Aber eigentlich passt das eh. Denn Linhart wollte eine Ausnahmesituation schaffen mit vier verschiedene Typen - Michael Sapototzky, Mitzi Barelli , Manfred Linhart und Robert Waditschatka - die dort aufeinander treffen. Menschen mit Vergangenheit und Sehnsüchten. Es ist daher offiziell eine Komödie, aber auch mit viel Nachdenklichkeit: „Ich frag dich über die Liebe und du redest von Schuld.“
Beim Catern für eine Hamburger Windrad-Eröffnung in der hanseatischen High Society treffen ein Möchte-gern-Geschäftsbonze, ein archäologischer Herzensbrecher, eine naturverbundene Aussteigerin und ein beinah gescheiterter Schriftsteller aufeinander und weil sie nach dem Catern aus Versehen eingesperrt werden, prallen die vier unterschiedlichen Typen erst wirklich aufeinander.
Nach der Premiere im Staatzer Schlosskeller wanderte das Stück durchs Weinviertel.